Krisen sind ein ganz normaler Bestandteil eines jeden Lebens. Sie werden oft als unangenehme Belastung empfunden, wenngleich sie Potenzial für das persönliche Wachstum bereithalten. Richtig genutzt, können sie das eigene Leben auf positive Weise verändern und zu mehr Glück und Zufriedenheit beitragen. Doch wie ist es möglich, eine Beziehungskrise als Chance für sich und die Bindung zur Partnerin/zum Partner zu begreifen? Wir haben für Sie die Antwort gefunden!

In diesem Beitrag erfahren Sie:

  • welche Arten von Krisen es gibt
  • was nötig ist, um eine Krise meistern zu können
  • warum sich Beziehungen durch eine ĂĽberwundene Krise noch weiter festigen

Beziehungskrise durch interne Konflikte vs. Krise durch äußere Auslöser

Jede Beziehung durchlebt kleine und große Krisen. Da sich jeder Mensch natürlicherweise weiterentwickelt, verschieben sich auch die eigenen Interessen und Prioritäten. Das kann dazu führen, dass sich Partner*innen zuweilen auseinanderleben.

Immer wieder muss eine gemeinsame Schnittmenge gefunden werden, damit die Partnerschaft langfristig bestehen kann. Eine gesunde Beziehung hält diese stetigen Neuorientierungen gut aus. Manche Partnerschaften sind diesen Belastungsproben nicht gewachsen und daher auf ein wenig Hilfe von außen angewiesen.

Die Auslöser für eine Beziehungskrise können ganz unterschiedlicher Natur sein. Oft liegt die Ursache in der Partnerschaft selbst, doch manchmal stören auch äußere Einflüsse die Balance. Zwar unterscheiden sich die Auslöser, dennoch sind die Auswirkungen oft gleich. Das Beziehungsgefüge gerät in Schieflage.

Interne Auslöser für eine Beziehungskrise

Liegt innerhalb der Partnerschaft eine Dysbalance vor, die den Alltag maßgeblich beeinflusst, sollte Kommunikation das erste Mittel der Wahl sein, um eine sich anbahnende Beziehungskrise zu meistern. So kann sie schon bewältigt werden, bevor sie sich manifestiert. Dann stehen die Chancen gut, dass die Krise nur von kurzer Dauer ist und gemeinsame Lösungen gefunden werden.

Diese beziehungsinternen Ursachen können eine Krise hervorrufen:

  • eine geplante/ungeplante Schwangerschaft
  • Ăśberforderung mit Verpflichtungen (Stress in jeder Form)
  • zu hohe Erwartungshaltung der Partner*innen
  • plötzlicher RĂĽckzug der Partnerin/des Partners aufgrund einer persönlichen Krise (z. B. Krankheit)
  • unterschiedliche Ansichten zu Themen wie Geld, Kindern, Lebensplanung und Zielen
  • unvorhersehbare, groĂźe EntwicklungssprĂĽnge der Partnerin/des Partners, die das BeziehungsgefĂĽge infrage stellen
  • Zusammenziehen beider Partner*innen und die Neugestaltung des (gemeinsamen) Alltags

Diese Art der Beziehungskrise kann nur bewältigt werden, wenn beide Partner*innen aufeinander zugehen. Stolz, Ängste bezüglich der offenen Kommunikation und Egozentriertheit sind Eigenschaften, die es oft erschweren, eine Beziehungskrise zu überwinden.

Manchmal dauert es Monate, bis beide Partner*innen sich öffnen und gemeinsam nach einer Lösung suchen können. Für einige Beziehungen ist das schon zu spät, da sie bereits beendet worden sind. Professionelle Hilfe in Form von Paartherapien oder Psycholog*innen sind daher wichtige Ansprechpartner*innen, um eine Partnerschaft zu retten, wenn dies aus eigener Kraft nicht möglich ist.

Externe Auslöser für eine Beziehungskrise

Jeder Mensch ist in ein bestimmtes Umfeld eingebettet. Region, Familie, Freunde, Job und vieles mehr haben einen großen Einfluss auf die persönlichen Normen, Werte und Vorstellungen. In einer Partnerschaft treffen zwei Menschen aufeinander, die aufgrund ihrer Prägungen sehr unterschiedlich mit inneren und äußeren Geschehnissen umgehen.

Dabei können vor allem diese äußeren Umstände das Beziehungsgefüge sehr stark beeinflussen:

  • unterschiedliche Freundeskreise mit konträren Vorstellungen und Interessen
  • familiäre Streitigkeiten
  • globale Krisen, die sich auf den Alltag auswirken (z. B. Corona)
  • äuĂźere, unvorhersehbare Verpflichtungen, die Partner*innen kurz- oder langfristig trennen
  • gesellschaftlicher oder familiärer Druck

Diese Ursachen und Erwartungshaltungen tragen oft dazu bei, dass Stress entsteht. Um Beziehungskrisen zu meistern bzw. präventiv zu verhindern, ist es wichtig, sich intern zu einigen und festzulegen, wie gemeinsam mit den äußeren Schwierigkeiten umgegangen werden soll.

Beide Partner*innen sollten ihrer Partnerschaft zuliebe eine Vorgehensweise entwickeln, um diese vor äußeren Problemen zu schützen.

3 Wege aus der Beziehungskrise

Wenn die Situation eskaliert und die Partnerschaft durch die Beziehungskrise gefährdet ist, müssen dringend Möglichkeiten gefunden werden, um wieder zueinander zu finden. Diese 3 einfachen Wege sind für alle Schweregrade von Beziehungskrisen geeignet und helfen dabei, die Liebe zur Partnerin/zum Partner zu stärken.

Kommunikation

Konflikte offen zu äußern – das ist eine Fähigkeit, die das ganze Leben leichter macht. Vor allem die Partnerin/der Partner profitiert davon, wenn Sie mitteilen, was Sie bedrückt. Schwierigkeiten im Job, mit der Familie oder persönliche Probleme wiegen nur noch halb so schwer, sobald Sie Ihren Lieblingsmenschen eingeweiht haben.

Auch zwischenmenschliche Konflikte wie fehlende Nähe sollten Sie offen ansprechen. Vielleicht wird sich Ihre Partnerin/Ihr Partner zunächst etwas unwohl fühlen – dennoch haben Sie dadurch beide die Chance, die Beziehungskrise zu bewältigen.

Alltag neu strukturieren

Wenn Ihre Partnerschaft emotional negativ aufgeladen ist oder nur noch pro forma existiert, sollten Sie Schwung in den Alltag bringen. Möglicherweise haben Sie und Ihre Partnerin/Ihr Partner sich in den letzten Jahren in unterschiedliche Richtungen entwickelt. Nun gilt es, wieder Gemeinsamkeiten zu finden!

Unternehmen Sie Ausflüge oder strukturieren Sie alltägliche Aufgaben wie Putzen, Organisieren und Einkaufen neu. Nehmen Sie sich füreinander Zeit und feilen Sie dafür ggf. auch an der Arbeitszeit oder der Zeit, die Sie üblicherweise mit Freund*innen verbringen. Rücken Sie Ihre Beziehung in den Fokus! Durch dieses Vorgehen können Partner*innen vieles von- und übereinander lernen.

Versuchen Sie, dem Alltag hin und wieder ein Schnippchen zu schlagen und seien Sie spontan! Nichts belebt eine Beziehung mehr, als ein kurzfristiges Date beim Sonnenuntergang oder ein romantischer Trip in die Umgebung.

Hilfe holen

Wenn sich die Fronten verhärtet haben und eine fruchtbare Kommunikation unmöglich ist, sollten Sie sich professionelle Unterstützung holen. Ein unvoreingenommener Blick auf die Beziehung von außen kann auch Ihnen helfen, die Dinge klarer zu sehen. Vielleicht ist Ihr Problem gar nicht so gravierend und unlösbar, wie es auf Sie und Ihre Partnerin/Ihren Partner scheint.

Freunde und Familienmitglieder sind an dieser Stelle nicht die richtige Adresse, da sie zuweilen Teil des Konfliktes sind. Paartherapeut*innen oder andere externe Ansprechpartner*innen haben langjährige Erfahrungen gesammelt und wissen, wie Sie beide am besten aus der Beziehungskrise wieder herauskommen.

Geschafft! Wie Beziehungen von einer ĂĽberwundenen Krise profitieren

Sobald Sie Ihre Beziehung erfolgreich durch die Krise manövriert haben, wird Ihre Partnerschaft tiefer und gefestigter sein als je zuvor. Denn gemeinsam haben Sie und Ihre Partnerin/Ihr Partner eine schwierige Hürde gemeistert! Vielleicht mussten Sie noch stärker für Ihre eigenen Bedürfnisse eintreten oder Ihren Lieblingsmenschen gegenüber Familie und Freunden verteidigen.

Sie haben sich durch Krise möglicherweise noch mehr öffnen müssen und das schafft eine große Verbundenheit. Nun wissen Sie, dass Sie sich auf Ihren Lieblingsmenschen verlassen können und Sie auch für zukünftige kleinere und größere Krisen gewappnet sind! Dieses Gefühl des Vertrauens wird ein extremer Zugewinn für Ihre Partnerschaft sein.

Rückblickend werden Sie die Beziehungskrise als Chance verstehen, die Sie noch näher zueinander geführt hat.

Fazit

Beziehungskrisen bedeuten nicht automatisch das Ende Ihrer Partnerschaft! Vielmehr sind sie wertvolle Chancen für die persönliche und partnerschaftliche Entwicklung. Nehmen Sie sie daher dankbar an und finden Sie gemeinsam mit Ihrem Lieblingsmenschen Lösungen für Ihre Beziehungskonflikte.

Kommunikation ist hierbei das Kernelement, das Sie durch alle Höhen und Tiefen einer Beziehung hindurchmanövriert! Scheuen Sie sich nicht, Hilfe anzunehmen, wenn Sie das Gefühl haben, die Beziehungskrise nicht bewältigen zu können. Natürlich haben auch wir immer ein offenes Ohr für Sie! Bei allen Fragen rund um das Thema Partnerschaft steht Ihnen unser PV Julie-Team sehr gern zur Verfügung. Wenn Sie noch die richtige Partnerin/den richtigen Partner suchen, nehmen Sie unbedingt Kontakt mit uns auf!